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Das große Bett blieb gestern leer
100 bunt geschmückte Wagen beim Umzug durch Bornreihe / Erntefest lockte an drei Tagen viele Besucher
Von unserem Mitarbeiter Stephan Oertel
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Bornreihe. Beim Landwirtschaftlichen Verein Worpswede war gestern Waschtag. Hemden und Hosen hingen über das mit allerlei Feldfrüchten geschmückte Geländer, während auf dem Wagen nach Großmutters Art gereinigt und geplättet wurde. Entschieden weniger anstrengend ging es da bei den Vollersodern zu. Sie hatten ein riesiges Bett zusammengezimmert, aus dem allerdings nur ein paar Stiefel herausragten. Deren Besitzer dachten gar nicht daran, sich schlafen zu legen. Sie feierten lieber. Schließlich war Erntefest in Bornreihe.
Das verzeichnete gestern Mittag einmal mehr einen absoluten Kreisrekord: Mehr als 100 Wagen tuckerten durch die teils bunt geschmückten und von etlichen Schaulustigen gesäumten Straßen. Festkomitees und Vereine aus ganz Osterholz sowie aus den Nachbarkreisen waren dabei, ebenso Spielmannszüge, Freundeskreise, Kindergruppen und diverse meist bierselige Jugendliche, die sich auf ihren Wagen die Kante gaben. "Wir sind im Dorf, holt uns hier raus", stand in Anspielung an eine Fernsehshow auf einem der Wagen, während die Werder-Fans unter dem Titel "Jubel, Double, Heiterkeit" noch immer die vergangene Fußballsaison feierten.
Immer wieder staunten die Besucher, was man aus Getreide, Blumen und Früchten so alles machen kann. Die Nachbarschaft der Buschhauser Straße etwa hatte eine Landschaft mit Gänsen angefertigt, eine Gruppe aus Gnarrenburg winkte von einer Burg, die Bornreiher Jugend von einer Riesenwespe. Hoch hinaus wollten die Hüttenbuscher auf ihrer auf- und abwiegenden Raumfähre, und die Biloher Bastler zeigten mit ihrem überdimensionalen Wecker, was die Stunde geschlagen hat. Für Lacher sorgte ein Duo, das auf einem Tandem Rücken an Rücken in die Pedale trat und dennoch voran kam. Gewusst wie eben, so das passende Motto dieser beiden. Es war das letzte Mal, dass sich die Gruppen im Landkreis Osterholz mit ihren bunten Wagen präsentieren konnten. Denn in Bornreihe endet für gewöhnlich die Erntefestsaison. Und so nutzten etwa die Pennigbütteler die Gelegenheit, sich noch einmal in ihren schrägen 70er Jahre Outfits zu präsentieren, schlugen die wackeren Freißenbütteler die letzte Schlacht eines
bekannten Gallierdorfes, präsentierte sich der Bobby Club in seinem knallroten Bobbycar. Es gab eine Menge zu sehen für die Zuschauer, über denen es zur Freude der Kinder so manches Mal Kamelle regnete, ansonsten aber trocken blieb.
Der Umzug ist zweifellos der Höhepunkt des Bornreiher Erntefestes, das bereits Freitagabend mit einem Laternenumzug startete. Von Bornreihe, Friedensheim und Wallhöfen aus marschierten die Kleinen zum Festplatz. Dort gab’s Gutscheine für den Rummel. Für die Jugendlichen stieg anschließend die Zelt-Disco mit dem Music-Train.
Ein bunter Nachmittag eröffnete das Sonnabendprogramm. Nachdem die Feuerwehr die Erntekrone ins Zelt getragen hat, richtete Pastor Wolfgang Starke einige besinnliche Worte an die Besucher. Der stellvertretende Bürgermeister Günter Renken hielt ein Grußwort und auch Samtgemeindebürgermeister Bernd Lütjen lobte das ehrenamtliche Engagement des Festkomitees und hob die Bedeutung des Festes für die Dorfgemeinschaft hervor. Es folgte Unterhaltung mit Musik, Tanz, Sketchen und Theater sowie eine Tombola. "Das Fest ist sehr gut besucht", freute sich Reinhard Kück vom Festkomitee schon zu diesem Zeitpunkt. Doch es ging noch weiter: Die Kapelle Aischzeit spielte zum abendlichen Ball auf und trat auch nach dem plattdeutschen Zeltgottesdienst am Sonntag noch einmal auf. So eingestimmt folgte der große Festumzug mit gut 100 Teilnehmern. Mit dem Festball klang das Erntefest schließlich aus. Für die Musik sorgten hier die Colorados.
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